14. Mai 1965
Richtfest


Neue bauliche Akzente im Nüstenbachtal

Die Volksschule verändert das vertraute Bild


Am Rohbau der Volksschule im Nüstenbachtal wird heute, Freitag, um 17 Uhr, der Richtbaum aufgesetzt. Die neue Schule, die aus dem westlich verlaufenden, auf Belichtung aus Süden abgestellten Masseldorn-Trakt und dem parallel zum Hang liegenden Nüstenbachtal-Trakt besteht, wurde vom Stadtbauamt geplant; sie wird nach Wilhelm-Stern-, Pestalozzi- und Lohrtalschule die vierte selbständige Grundschule der Kreisstadt werden und soll 560 Schüler aufnehmen. Die Gesamtkosten der Bildungseinrichtung, die unser Bild zeigt, betragen etwa 2,28 Mio DM, von denen das Land Baden-Württemberg 871 000 DM trägt.   (gg/Aufnahme: Vogt)




M o s b a c h.  Das Nüstenbachtal - teilweise Landschaftsschutzgebiet und bis vor wenigen Jahren fast unbebaut - ist seit dem Kriege wegen des Mangels an geeignetem Baugelände im Mosbacher Stadtgebiet zwangsläufig mehr und mehr für die Bebauung erschlossen worden. An die wenigen Häuser in der Nüstenbacher Straße und die in den Vorkriegsjahren entstandene Nebenerwerbssiedlung schlossen sich rasch weitere Neubauten im Tal und an den Hängen an, und durch den Bau der Masseldorn-Siedlung (überwiegend für die früheren Bewohner des endlich geräumten "Lagers" ist im Nordwesten Mosbachs binnen weniger Jahre ein völlig neuer Stadtteil mit weit über tausend Bewohnern entstanden. Für sie brauchte man natürlich auch eine Schule, Kirchen und Kindergärten. Dem Bau der katholischen St. Josefskirche mit Kindergarten am Hammerweg folgt nun nach wenigen Jahren die Errichtung eines evangelischen Gemeindezentrums im Nüstenbachtal (Kirche, Kindergarten und Wohnhaus) sowie der Bau einer neuen Volksschule am Westhang des Tales, oberhalb der Reichenbucher Straße. (...)

Das gleiche führende Bauunternehmen (Firma Lintz & Hinninger, Bauführer Eugen Reichert) baut im Auftrag der Stadt Mosbach auch die nur einen guten Steinwurf entfernte neue Volksschule, deren Planung in Händen des Stadtbauamtes liegt. Der Baukörper liegt unterhalb der Kuppe des Hanges und paßt sich dem Geländeverlauf geschickt an. Er besteht aus westlich verlaufenden, auf südliche Belichtung abgestellten Masseldorn-Trakt und dem parallel zum Hang liegenden Nüstenbachtal-Trakt. Am Masseldorn-Trakt sind nach Abschluß der Fundamentierungsarbeiten und dem Verlegen der Heizungskanäle bereits die Maurer- und Betonierarbeiten im Erdgeschoß im Gang. Im talseitigen Trakt wird noch an den Fundamenten und dem Bau der Heizkanäle gearbeitet. Das Foto zeigt unterhalb des Waldrandes die Fundamentmauer für den Verwaltungstrakt mit Werk- und Handfertigkeitsraum; im Obergeschoß werden acht Klassenräume entstehen - die gleiche Zahl wie im Masseldorn-Trakt, so daß also insgesamt 16 neue Klassenräume zur Verfügung stehen werden. Die Heizungsanlage wird ihren Platz unmittelbar vor dem im Hintergrund sichtbaren Zementsilo haben. Der Bau der Masseldorn-Schule (ihr endgültiger Name steht noch nicht fest) ist das derzeit größte Hochbauvorhaben der Kreisstadt und wird wohl im kommenden Jahr abgeschlossen werden können.