30. April 1964
Erster Spatenstich



 
Bürgermeister Werner Tarun führt den ersten Spatenstich zum Neubau der Nüstenbachtalschule aus.
Um ihn versammelt die Stadträte und die Herren der Bauabteilung. (Foto: Ballenweg)



"Drum ehrt die erste Schaufel voller Erden"

M o s b a c h. "Drum ehrt die erste Schaufel voller Erden", hieß es in den sinnvollen Versen, die von Schülern beim ersten Spatenstich für den Neubau der Volksschule im Nüstenbachtal am Donnerstag vorgetragen wurden. Bürgermeister Tarun vollzog den ersten Spatenstich für den Schulbau mit der Hoffnung, daß Gottes Segen über dem Werk ruhen möge. Nach dem Bürgermeister wirkten die Leiter der Mosbacher Schulen und die Gemeinderäte, die Geistlichkeit, Architekten, Elternbeiratsmitglieder und die Jugend bei dieser symbolischen Handlung mit.




"Eine Schule ist das schönste Denkmal"

tom. Mosbach. Als gutes Omen für das Gedeihen des Bauwerkes bezeichnete Stadtarchitekt Kurz das herrliche Wetter beim ersten Spatenstich zur neuen Nüstenbachtalschule. Draußen an der Straße nach Nüstenbach, unweit vom Müller-Guttenbrunn-Denkmal, hatten sich die künftigen Schüler und ihre Lehrer sowie zahlreiche Ehrengäste versammelt, um in einer würdigen Feierstunde den Beginn des Schulhausbaues anzuzeigen. (...) Mit den besten Wünschen für das Gelingen des Bauwerkes stieß Bürgermeister Tarun den Spaten dreimal in die Erde und gab so symbolisch den Startschuß für die Bauarbeiten.
Nach dem Bürgermeister reihten sich die Rektoren in die Reihe der "ersten Bauarbeiter" ein. Rektor Hefner gab dem Wunsche Ausdruck, daß mit Gottes Segen das Bauwerk zum Wohle der Kinder und der Stadt gut gelingen möge. Rektor Roßrucker sagte, das schönste Denkmal, das sich eine Gemeinde setzen könne, sei der Bau einer Schule. Rektor Haas erwähnte, daß man an guten Schulen und guten Straßen die gute Gemeinde erkennen könne, und Direktor Fischer vom Gymnasium hob hervor, daß die Volksschule der wichtigste Stein im Aufbau des Schulwesens überhaupt sei. Bezirksbaumeister Beck überbrachte die Grüße des Landrats und nannte den Bau der Nüstenbachtal-Schule einen Meilenstein in der Stadtgeschichte. Stadtpfarrer Metzger sagte, daß Gottesfurcht aller Weisheit Anfang sei. "Wenn der Herr das Haus nicht baut, dann bauen alle Bauleute vergebens", sagte Kurat Jung bei seinem Spatenstich. Stadträtin Frau Brian, die unter Assistenz "der starken Hand" des Bürgermeisters den Spaten in die harte Erde stieß, wünschte, daß aus dieser Schule tüchtige Bürger hervorgehen mögen. Die anwesenden Stadträte, das Elternbeiratsmitglied Frau Schmitt, ein Mädchen und ein Bub schlossen sich der "Spatenstich-Aktion" mit den besten Wünschen an.
Lieder und Gedichte sowie ein Sprechchor umrahmten die Feier. Abschließend gab Bürgermeister Tarun dem Wunsche Ausdruck, alle mögen sich recht bald wieder zum Richtfest treffen.